Helmut Schleich "Das Auge isst man mit" 21.10.



Helmut Schleich - "Das AAuge isst man mit"

Satte Unterhaltung in Tattenhausen. Karokult lud im Rahmen der 1200 Jahrfeier den Kabarettisten Helmut Schleich nach Tattenhausen ein, und das Publikum dankte es mit einem vollen Saal.

Zwiebel, Knoblauch, Fisch, Tomate,
Artischocken und Salate,
Paprika grün oder rot,
Putenkeule oder Ochsenschwanz,
Kartoffeln roh oder Pommes Frites,
das Auge isst man mit.

So leitete Helmut Schleich unter Gitarrenklängen seinen Soloabend ein. Und es dauerte nur wenige Minuten, bis das Publikum im Saal ihn an seine Brust gedrückt hat.

 

Mit Campingkocher bewaffnet, stand Schleich nun auf der Bühne. Das zur Mahlzeiterwärmung gute Sütck, bestehend aus zwei Teilen, welche wohl nach langem hin und her wohl doch nicht zusammengehören, wie sollte man sich da etwas kulinarisches zubereiten? Wie soll ich da meinen Magen sinnvoll beschäftigen? Diese Fragen taten sich dem Kabarettisten auf.

Doch der Hungen ist der beste Koch, denn Schleich servierte seinem Publikum ein raffiniert zubereitetes Abendessen, sozusagen theoretisch – und sorgte damit für Gelächter satt. Man stelle sich nur mal vor, so schleich: „Spätzle spachteln bis das Ränzli spannt“ in der Mensa mit Hergottswinkel. Denn der Magen und sein Bote haben uns quasi in der Hand.

Ein superbes Menü vom Chef de Cuisine aus dem Mageninneren, wo ein bayerischer Semmelknödel mit einem verunsicherten, über dem Verfallsdatum liegenden „Frantischek Schaschlik“ und einem fröstelendem Blatt Eissalat streitlustigen Meinungsaustausch auf dem Weg in den Dickdarm betreibt. „Nicht streiten“ so der Semmelknödel, „sonst müssen wir wieder alle nach oben und wie sehen wir dann aus? Kein Mensch würde uns mehr mögen“.

 

Der Kabarettist beschäftigt auf`s Weitere die bereits angestrengten Lachmuskeln der Zuhörer mit einem Zitat seiner Großmutter, welche immer sagte: „Bevor ich wegen zu billiger Lebensmittel mir die Grassierende Bierzeltbullimie antue, mache ich lieber meinen Körper zur Wüste und gebe meiner Seele mehr Platz, merk dir des, Bua“. Höhepunkte der allgemeinen Erheiterung waren eine Parodie von Alfred Biolek mit einer sächsischen Schauspielerin in seinem Kochstudio und die Imitation des „Bullen von Tölz“.

Ob es nun um den Kampf der Fresslust gegen den revolutionierenden Körper, um Gedanken über das Fasten – zum Idealgewicht hat der Solist sowieso ein distanziertes Verhältnis - , oder um gesunde Lebensmittel geht, nie lässt der wandlungsfähige Darsteller sein Sujet anbrennen. Mit scharfen, würzigen und witzigen Wirtspielen hält Schleich allen einen Spiegel vor. Auch ohne funktionierenden Campingkocher brachte Helmut Schleich den Saal zum Kochen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Helmut Schleich für die Einladung zu den Aufnahmen seiner BR-Fernsehsendung "Schleich`s Spezlwirtschaft", die am Freitag, 19. November 2004 gesendet wurde.

 


Veranstaltungs-Info:

Datum: 21. Oktober 2004 - 20.00 Uhr
Ort: Gasthof "Der Bräu", Tattenhausen