Alexander Huber



Alexander Huber - Diashow "Opera Vertical"

"Mir wär`s liaba, die zwei täten in a normale Arbeit gehn," sagt die Mutter der beiden weltberühmten "Huber-Buam" zu Beginn der beeindruckenden Multivisionsshow. Man kann es ihr nachfühlen, wie sehr sie um ihre Söhne bangt, wenn man zwei Stunden lang von Alexander Huber durch die schwierigsten Kletterwände der Welt geführt wird.

Alles beginnt noch so harmlos auf der Ferieninsel der Deutschen: Mallorca. Eine Gruppe - man muss es einfach sagen- gut gebauter junger Männer bei einem ganz normalen Badeurlaub auf Malle: wäre da nicht ein Verbotsschild über den felsigen Klippen, welches das "Deep water soloing" verbietet. Und wozu sind Verbote da? Genau: Um sie zu brechen. Und so entstanden wunderbar entspannte Urlaubsbilder der etwas anderen Art. Freeclimber beim kraxeln überm blauen Meer. Spektakuläre Stürze ins Wasser. So lustig und harmlos alles aussieht, "wir sind mit Vollgas durch die Wand, auf Routen bis zum 10. Schwierigkeitsgrad. Feiern und Hardcoreklettern war die Devise.

 

Nicht feiern sondern Planung bis ins kleinste Detail, Ausdauer, Professionalität, mentale wie körperliche Bestform sind die Voraussetzungen für Expeditionen und Kletterrouten an Wänden in allen Teilen der Erde. Mit atemberaubenden Bildern, starker Musik und seiner melodischen, angenehmen Erzählweise fesselte Alexander Huber sein Publikum. So ausgeglichen und ruhig wirkt der junge Mann, doch wenn er sein nächstes Ziel vor Augen hat wird er offensichtlich zum Besessenen. "Bergsteigen ist Lebensaufgabe und Philosophie. Wenn ein Berg bezwungen ist, richtet sich der Blick schon aufs nächste Ziel", so Alexander Huber.

Den Zuschauern stockt fast der Atem, wenn Huber sich zu minimalen Felsvorsprüngen aufschwingt, auf millimeterbreiten Absätzen über schwindelerregenden Abgründen erfreut durchatmet aus Freude über diesen guten "Rastplatz". Geschmeidig wie eine Wildkatze gleitet er durch die Wand des El Capitan im Yosemite Valley. Wie ein Gecko scheint er am Fels zu haften und sei er noch so überhängend. Immer auf der Suche nach neuen Reizen besteigen die beiden Brüder in einer Rekordzeit von einer Stunde und einundfünfzig Minuten beim Speedklettern den El Capitan. Er berichtet genauso über Rückschläge, fast ausweglose Situationen, Lagerkoller in Schneehöhlen, aber eben auch über das wahnsinnige Gefühl, etwas Außergewöhnliches geschafft zu haben.

 

Was man sich bei all den spektakulären Bildern eigentlich gar nicht vorstellen möchte: wie wird wohl der Fotograf und Filmer des Teams Heinz Zak, bei seinen Aufnahmen, im wahrsten Sinne des Wortes, in den Seilen gehängt sein? Eins war nach den zwei spannenden Stunden klar: der Wunsch der Mutter, Alexander möge seinen Beruf des Diplomphysikers ausüben, wird mit diesem Vollblutkletterer wohl so schnell nicht in Erfüllung gehen.

Alexander Huber, der 36jährige staatlich geprüfte Berg- und Schiführer zog es 1997 vor, seine beginnende Laufbahn als Physiker an den Nagel zu hängen und einem unbekannten Weg in die Bergwelt zu folgen. das Bergsteigen in jeder seiner Formen in den verschiedensten Ländern der Erde ist seine Passion. durch Kraft und Wille konnte er sich seitdem immer wieder aufs neue Träume erfüllen. der elfte Grad im Sportklettern, ‚bellavista' als erste Route dieses Grades in einer alpinen Felswand, die Freikletterrouten an den Bigwalls des Yosemite, die Erstbegehung der Westwand des Latokii und die free-solo-Begehung der Direttissima an der großen Zinne sind die Eckpunkte seines Lebens als Bergsteiger.

Das Bergsteigen hat heute viele Gesichter - Freiklettern, Eisklettern, Höhenbergsteigen geben dem modernen Alpinismus eine abwechslungsreiche Erscheinung, machen ihn für die aktiven aber auch immer anspruchsvoller. in seinem Vortrag zeigt Alexanders aktuelle Highlights im Sportklettern, alpinem Felsklettern und vielen anderen Spielen, die Kletterer so neben ihrem Sport her betreiben.

 

speed Alexander und Thomas Huber setzten sich 2003 die freie Durchsteigung des Extremklassikers Zodiac zum Ziel. an dieser 600 Meter langen Route am El Capitan entdeckten die Zwei eine neue Herausforderung: schneller und nochmals schneller klettern. neben der freien Durchsteigung im Herbst 2003 stellten die Zwei Brüder dann im darauffolgenden Frühjahr einen fast schon phantastischen Rekord auf: 1:51,34...

free solo Klettern ohne jede Form von Absicherung - kein Seil, kein Gurt, nichts. was zählt ist das eigene können und die mentale stärke. wieweit ist es möglich, bis zu welchem grad kann so kontrolliert geklettert werden, dass man auf die Sicherung verzichten kann? am 20. April klettert Alexander mit der Route ‚Kommunist' die erste und bisher einzige x+ Route free solo.

highline Der Kapuzenturm ist der letzte Zacken des bekannten Kopftörlgrates der Ellmauer Halt, dem höchsten Gipfel im Wilden Kaiser. zu diesem freistehenden Turm, der durch eine tiefe Scharte 16 Meter vom Massiv getrennt ist, spannte Alexander im Sommer 2004 ein Seil und begann zu balancieren. Nervosität, Wind und die Ausgesetztheit machten es schwierig. viele Fehlversuche säumten Weg zu Alexander´s erster ‚highline'...

indien Eine freie Begehung der Route ‚Capsico' am Nordpfeiler des 6000ers Arwa Spire hatten sich Alexander und Thomas Huber sowie Peter Anzenberger zum Ziel gesetzt. doch wie sooft entwickeln sich die Dinge an den Bergen des Himalaya ganz anders als gewünscht und gedacht...

 


Veranstaltungs-Info:

Datum: 29. November 2005 - 20.00 Uhr
Ort: Max-Joseph-Halle, Kolbererplatz 1, 83109 Großkarolinenfeld