Chako Habekost



Chako Habekost - "Der Wellnässer"

Einen Lach-Yoga- Intensivkurs erlebte das Publikum im vollbesetzten Saal beim Wirt von Dred, als Chako Habekost auf Einladung von karokult den „Wellnässer“ gab. Der „Master of Meditation“ löste im Laufe des Abends alle Blockaden, die er anfangs in Form negativer Spannungen im Raum noch wahrnehmen konnte. Bissig und wortgewaltig, aber immer mit einem Schmunzeln hagelte es Seitenhiebe auf Politik, Wirtschaft, Werbung, Terrorismus und Folter. Mit Sätzen wie: „Wussten sie, dass Hansi Hinterseer als einziger in Deutschland legal foltern darf?, oder dem Vorschlag der Bildung von Selbsthilfegruppen für verarmte Zahnärzte hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Von einem Dialekt in den anderen springend persiflierte er sowohl den schwäbischen Waldorfpädagogen, als auch die kreativ-sächsischen Supereltern. Nachdem er alle „üblen Dinge im Publikum abgebaut hatte“ wurde es esoterisch- wellnessmäßig : Habekost entsprechend im weißen Bademantel und den unvermeidlichen Plastikschlappen. Berichtete von seinem Aufenthalt im Fitnessstudio, das seit neuestem von einer Rentnergang beherrscht wird: „Die Pängsionäre voller Power“. Und schon schlüpfte er in die Rolle eines solchen, alterte in Sekunden auf der Bühne um vierzig Jahre und ließ wunderbar fiese Allgemeinplätze vom Stapel: „Früher hätte es das nicht gegeben! Keine Gewalt an den Schulen –da hatte der Lehrer noch den Rohrstock in der Hand!“

 

Im lockeren Plauderton ließ er das Publikum an seinen Erfahrungen in der Hotelsauna teilhaben. Wenn die „Weiße-Bademantel-Sekte“ sich entblößt und allerlei Unansehnliches zum Vorschein kommt. Oder der S(chw)itznachbar von seiner wahnsinnig ballaststoffreichen Vollkornernährung erzählt und wie schön es sei, auch die Blähungen als körpereigene Äußerungen einfach loszulassen. Auch militante Nordic-Walker bekamen ihr Fett ab, genauso wie Biker und Veganer.

Aber nie boshaft unter der Gürtellinie, sondern immer augenzwinkernd und charmant stellte Habekost die Eigenheiten seiner Mitmenschen bloß. Dabei bediente er sich perfekt des abgedroschenen wellness-esotherik Chargons, der an sich schon lächerlich wirkte. Den Schlussakzent setzte er als Reverend Lovemachine of the Baptist Church und entließ nach einem rhetorischen Fegfeuer das Publikum von „Greatcarolinafield“ in die Nacht.

 


Veranstaltungs-Info:

Datum: 23. November 2006 - 20.00 Uhr
Ort: "Wirt von Dred", Jarezöd, 83109 Großkarolinenfeld