Best of Kabarett



Mixed Show "Best of Kabarett"

Verbaler Schlagabtausch von vier Kabarettisten

Zum ersten Mal hatte „karokult“ vier verschiedene Künstler auf die Bühne im Gasthaus „Zum Bräu“ nach Tattenhausen geholt. Unter dem Motto „Best of Kabarett“ empfing der Ingolstädter Comedian Chris Böttcher als Gastgeber mit Sven Kemmler, Christian Hirdes und Alfred Mittermeier gleich drei Kollegen, die von Anfang an mit Ausschnitten aus ihren Programmen die Lacher auf ihrer Seite hatten.

Chris Böttcher, dessen Stimme vielen aus der „Fußball Task Force“ im Radio bekannt ist, bewies an diesem Abend einmal mehr seine Vielseitigkeit. Egal, ob er die aktuelle Politik mit Gabriele Pauli oder die Essstörungen des weiblichen Geschlechts durch den Kakao zog, die Besucher hatten von der ersten Minute an ihren Spaß an dem symphatischen Allrounder. Kein gutes Haar ließ Chris Böttcher an Promis, Prolos oder

 

Prominenten. Auch für das derzeitige Fernsehprogramm, das hauptsächlich nur noch aus Kochsendungen besteht, hatte er nur noch Kopfschütteln übrig: „Früher hatten die Männer im TV um 23 Uhr ein Sexspielzeug in der Hand und keine Schneebesen. Heute tragen Männer in den Midlife Crises die Küchenschürze um die Hüfte.“

Doch Gastgeber Chris Böttcher überzeugte nicht nur durch Witz, Charme und verbalen Schlagabtausch, sondern stellte auch als Sänger und Songwriter sein Können unter Beweis. So amüsierte er das Publikum mit neuen Textversionen deutscher Schlager und sorgte mit seinen gekonnten Parodien für beste Stimmung im Saal.

Ganz ohne Musik kam der zweite Künstler, Sven Kemmler aus München, aus. Der frühere Unternehmensberater klärte die Gäste darüber auf, dass „heute die Familie die Keimzelle der Gesellschaft ist. Und dafür ist eigentlich Horst Seehofer zuständig.“. Die Themenauswahl seines Programm reichte von Stoibers Abschied und Bär Bruno („ein großer Brauner, der schwarz von Österreich einreiste und aus bayerischer Sicht Verhaltensstörungen aufwies, da er freundlich zu fremden Menschen war“) über die Deutsche Bahn bis hin zu den spanischen Toreros, die „mit ihren Outfits die Könige bei jedem Tuntenball wären“. Humorvoll zog Kemmler über die sportlichen Gewohnheiten der Deutschen her: „Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir in den Bergen Rad fahren, dann hätte er sie flach gemacht.“

 

Schüchtern wirkte dagegen Christian Hirdes, als er auf die Bühne trat und auf ruhige, fast poetische Weise von seiner Freundin Tamara erzählte. Doch schnell hatten die Gäste begriffen, dass sie hier einen Wortakrobaten vor sich hatten, der mit seiner zurückhaltenden Art kokettierte. Detailgetreu verpackte er zwischenmenschliche Alltagsgeschichten: „Meine Frau ist sehr nett, aber im Bett steif wie ein Brett.“ Dass der aus Bochum stammende Prix-Pantheon-Gewinner auch am Klavier oder an der Gitarre etwas auf dem Kasten hat, zeigte auch Christian Hirdes bei seinen ganz eigenen Versionen von bekannten deutschen Schlagern.

Ohne Instrumente führte als letzter im Bunde Kabarettist Alfred Mittermeier aus Dorfen durch das Programm. Er ging beispielsweise der Frage nach Kuckuckskindern auf den Grund („Männer sind naiv und von Sternzeichen Schaf.“) und sprach das Problem der Hyperaktivität bei Kindern an: „Heute sind einige Kinder hyperaktiv und können nicht still sitzen. Was sind wir früher sitzen geblieben?“ Ironisch verpackt und mit kritischen Spitzen garniert nahm Mittermeier einzelne Promis, Hundehalter oder Politiker auf die Schippe: „Die von der Leyen ist die Legehenne der Nation und die einzige Politikerin, bei der unten was heraus kommt.“

Nie zu grob und nicht unter der Gürtellinie, aber immer gnadenlos treffend brachten alle vier Kabarettisten menschlichen Alltag und aktuelles Geschehen auf den Punkt. Mit ihrem satirischen Rundumschlag bot das Quartett Unterhaltung vom Feinsten.Christ Böttcher rundete den Kabarett-Abend mit einigen Zugaben – unter anderem seinem aktuellen Abschiedslied für den scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und seiner bekannten „Fußball Task Force Lothar & Franz“ – ab. Zum krönenden Abschluss holte er seine drei Kollegen mit auf die Bühne und lobte den Großkarolienfelder Verein „karokult“, der „tolle Arbeit leistet und Wahnsinnskünstler nach Tattenhausen holt“.

 


Veranstaltungs-Info:

Datum: 28. September 2007 - 20.00 Uhr
Ort: Gasthof "Der Bräu", Tattenhausen