Stefan Kröll "Könixx 1806"



Stefan Kröll "Könixx 1806" am 2. März 2013

Stefan Kröll mit seinem Programm Könixx 1806 bei karokult in der Max-Josef-Halle in Großkarolinenfeld


Wer hat’s erfunden? - Von „Laptop und Lederhose“ zu Max II. und der CSU.

War Ludwig I. ein Schürzenjäger und geht Laptop und Lederhose auf Seehofer oder Max II. zurück? Bei Könixx 1806 konnte man die Geschichte Bayern einmal ganz anders erleben. Stefan Kröll versetzt sein Publikum zurück in die Zeit von Ludwig I., lässt ihn auf der Bühne wieder lebendig werden und strapaziert so die Lachmuskeln bis aufs Äußerste. karokult präsentierte den Newcomer Stefan Kröll mit seinem Soloprogramm am Samstag, 2. März 2013 in der ausverkauften Max-Joseph-Halle in Großkarolinenfeld. Musikalisch wird er bravurös unterstützt von der Formation "VOKARO".

Bayern zwischen Österreich und Frankreich, zwischen Bonaparte und Habsburgern. Was soll man als Bayer in dieser Situation nur machen? Ganz klar – sich an Napoleon halten und ein Königreich ausrufen. „Hamms a scho a Krone? Na aber b’stellt is. So wurde Max I. in der Residenz ohne Krone gekrönt. Auch in der folgenden Zeit hat sich einiges getan. Sieben Mal führte der bayrische König Krieg und Bayern erreichte eine Ausdehnung von Franken bis hin zum Gardasee. „Warum, ja warum ham ma de Franken behalten und an Gardasee wieder hergem?“

Aber nicht nur Bayern Expansion seine Kriege und seine Niederlagen waren Thema des Abends. Nein auch die CSU wird gebührend gewürdigt. „Laptop und Lederhose“ – Hightech und Brauchtum gerne ziert man sich bei den heutigen bayrischen Monarchen immer wieder mit diesem Satz. „Doch wer hat’s erfunden?“ Nicht Stoiber, Beckstein oder Huber und schon gar kein Ingolstädter namens Horst Seehofer. „Auf Max II. geht des zurück“, so Stefan Kröll, und schlägt so den Bogen von der bayrischen Monarchie hin zur bayrischen Alleinherrschaft der CSU. „Ja, Max II. hat auch das Maximilianeum gegründet zur Förderung der bayrischen Elite. Heute sitzt der Landtag drin!“

 
Vokaro beim Auftritt mit Stefan Kröll Könixx 1806 bei karokult in der Max-Josef-Halle in Großkarolinenfeld

Auch Themen außerhalb der Politik werden von Stefan Kröll mit einer Vielzahl von Seitenhieben bedacht, nein auch die völlige Inflation der Trachtenmode beäugt er mehr als kritisch. „Das hätte Max II. nicht gewollt“, gemeint ist ein zum Strickjacken-Woodstock verkommenes Oktoberfest in München. Dabei stellt er natürlich auch fest, dass dies mit Brauchtum nicht mehr viel zu tun hat.

Unglaublich vielseitig widmet er sich so den verschiedensten Aspekten bayrischer Monarchen um letztlich zu dem einen und einzig wahren bayrischen König zu kommen, der auch heute noch in aller Munde ist und um dessen Tod sich Mythen ranken. Ludwig II. ein typischer Siegfried der Geschichte. „So muss der junge König nicht nur mit einem liberalen Ministerium kämpfen, sondern auch noch Wilhelm I. die deutsche Kaiserwürde antragen. Mehr und mehr flüchtet er sich in eine ganz eigene Traumwelt. „Ab 1875 sei er ein reiner Nachtmensch gewesen, der Vorgänger des Kabarettisten.“ Leise und ernst widmet sich Stefan Kröll dieser ja eher tragischen Figur der bayrischen Historie.

Geschichte einmal ganz anders, so könnte man diesen Abend umschreiben. Nicht so staubtrocken wie in manche Schulstunde. Gepaart mit Witz und Humor erweckt er die Figuren zum Leben und lässt sie für sein Publikum menschlich und fehlbar wirken. Könixx 1806 ist ein wirklich vielfältiges Kabarett, nicht nur für Geschichtskenner, sondern für jeden der einen humorreichen Abend verbringen möchte.

Zwischen den interessanten und amüsanten Ausführungen des Kabarettisten sorgte "VOKARO" mit zum Thema passenden und gekonnt vorgetragenen Stücken für Abwechslung.

 


Medien-Info

Homepage: www.kabarett-kroell.de



Veranstaltungs-Info:

Ort: Foyer Max-Joseph-Halle, 83109 Großkarolinenfeld
Datum: Samstag, 3. März 2013
Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr
Eintrttspreis: 15,00 €